Eckehard Wienstroer über steigende Anforderungen und Kosten im Wohnungsbau
Architektur befindet sich im Wandel und mit ihr die Anforderungen an diejenigen, die unsere Städte gestalten. Im Interview mit der „Lokalzeit aus Düsseldorf“ (01.04.2026) beschreibt Herr Wienstroer, wie sich das Berufsbild des Architekten in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat.
Während früher vor allem die Gestaltung im Vordergrund stand, prägen heute Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Ressourcenschonung die Planung. Gebäude müssen nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch funktional und umweltgerecht sein. Dadurch ist die Arbeit deutlich komplexer geworden: Architekten müssen ökologische, technische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigen.
Dabei betont Herr Wienstroer auch die gemeinsame Verantwortung im Bauprozess: „Wer ist denn der Besteller? Wir sind es selber. Wir haben die Verantwortung, alle gemeinsam. Also müssen wir und insbesondere die Architektinnen und Architekten daran arbeiten.“ Architektur sei damit nicht nur Aufgabe einzelner Fachleute, sondern ein gesellschaftlicher Prozess, der von vielen Beteiligten mitgetragen wird.
Gleichzeitig hebt Herr Wienstroer hervor, dass auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine immer größere Rolle spielen. Steigende Baukosten und der Druck zur Kostenoptimierung erschweren die Umsetzung anspruchsvoller Projekte zusätzlich. Architektur bewege sich daher zunehmend im Spannungsfeld zwischen Qualität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Ein zentrales Thema bleibt das Gleichgewicht zwischen Funktion und Gestaltung. Gute Architektur müsse beides vereinen, Effizienz und gestalterischen Anspruch. Nachhaltiges Bauen sei dabei längst zur Grundvoraussetzung geworden und bringe eine große Verantwortung mit sich.
Besonders in wachsenden Städten wie Düsseldorf zeigen sich die Herausforderungen deutlich: begrenzter Raum, steigender Wohnraumbedarf, hohe Kosten und unterschiedliche Interessen von Politik, Investoren und Gesellschaft. Umso wichtiger seien durchdachte Lösungen, die langfristig tragfähig sind.
Abschließend macht das Interview deutlich, dass Bauen in Zukunft wieder einfacher werden muss. Um den steigenden Anforderungen und Kosten entgegenzuwirken, sei es notwendig, Prozesse zu vereinfachen und Vorgaben sinnvoll zu reduzieren, ohne dabei zentrale Qualitätsstandards aus den Augen zu verlieren. Nur so könne bezahlbarer und zugleich zukunftsfähiger Wohn- und Lebensraum geschaffen werden.
Link zum Interview:
WDR Lokalzeit aus Düsseldorf | 01.04.2026 - hier anschauen - (ab Min. 14:40)

